Der Golden Retriever

Geschichte

Die Geschichte des Golden Retrievers lässt sich konkret bis ins Jahr 1864 zurückverfolgen. In diesem Jahr kaufte Lord Tweedmouth einen gelben Wavy-Coated Retriever von  einem Schuhmacher in Brighton, der wiederum diesen Rüden namens "Nous" von einem Wildhüter zur Begleichung seiner Schulden in Zahlung genommen hatte. Nous war als einziger gelber Welpe unter ansonsten schwarzen Geschwistern geworfen worden. 1868 wurde "Nous" mit "Belle", einer Tweed-Water-Spaniel-Hündin gepaart. Diese wasserbegeisterten Spaniels waren als sehr ausdauernde und gute Apportierhunde bekannt. In den nun folgenden 20 Jahren wurden die Nachkommen von "Nous" und "Belle" mit weiteren Wavy-Coated Retrievern und Tweed-Water-Spaniels gekreuzt, außerdem mit Irish Settern und - in einer bestimmten Linie - mit einem sandfarbenen Bluthund. Die Hunde von Lord Tweedmouth hatten die Farbe von reifen Kornfeldern. Nach und nach entwickelte sich ein Retriever mit spezifischen, für die anspruchsvolle "Arbeit nach dem Schuss" erforderlichen Eigenschaften und mit einem sehr gefälligen Äußeren - der Golden Retriever.

Foto von Nous (aus dem Buch "Golden Retriever" von Patricia Busch)
Foto von Nous (aus dem Buch "Golden Retriever" von Patricia Busch)

Das Wesen

Der typische Golden Retriever hat ein ausgeglichenes Temperament und passt sich allen Alltagssituationen mit viel Gelassenheit und Unerschrockenheit an. Er zeichnet sich durch sein freundliches Wesen aus, sowohl Menschen wie auch Artgenossen und anderen Tieren gegenüber und geht jeder Auseinandersetzung  oder Rauferei mit anderen Hunden aus dem Wege. Er nimmt begeistert am Familienleben teil und ist glücklich, wenn er sein Rudel um sich hat. Für die Zwingerhaltung ist diese Rasse nicht geeignet.


Der Golden Retriever wurde ursprünglich als Jagdhund "nach dem Schuss" gezüchtet.  Seine angeborene Apportierleidenschaft und Wasserfreude machen in zum idealen Begleiter in der Niederwildjagd. Jegliche Form von Aggressivität, Schutz- und Kampftrieb sind rasseuntypisch und nicht erwünscht. Seinem Menschen gegenüber will er stets gefallen ("will to please").

 

Durch seine Selbständigkeit und Intelligenz eignet er sich gleichermaßen zum Jagd-, Blinden-, Therapie- oder Rettungshund.